Mittwoch, 07.10.2015

Den Pazifik sehen

„Der Mensch kann keine neuen Meere entdecken bevor er nicht den Mut hat die Küste aus den Augen zu verlieren.“

Nach einer anstrengenden letzten Woche im September, angefüllt mit Aufgaben für die Uni, entschied ich mich zusammen mit meiner Mitbewohnerin das erste Wochenende im Oktober in der Hafenstadt Valparaiso zu verbringen. An diesem Wochenende sollte ein besonderer Karneval in der Hafenstadt stattfinden. Also machten wir uns am Freitagmorgen (ja Mama, dafür habe ich die Uni geschwänzt) auf den Weg zum Busbahnhof in Santiago. Nachdem wir uns mit Proviant für die eineinhalbstündige Busfahrt ausgestattet hatten fuhren wir etwas verspätet los.

In Valparaiso angekommen merkte man gleich, dass man sich in einer Küstenstadt befindet - diese Luft ist einfach irgendwie anders. Nach einer etwa zwanzigminütigen weiteren Busfahrt kamen wir an unserem Hostel auf einem der vielen Hügel der Stadt, dem Cerro Allegre an. Um keine Zeit verstreichen zu lassen, ließen wir unsere Rucksäcke gleich in der Unterkunft um einen kleinen Spaziergang durch die Stadt zu machen. Da meine chilenische Mitbewohnerin schon etliche Male in Valparaiso war, hatte ich die perfekte Stadtführung gleich inklusive. Die Häuser und Mauern auf dem Cerro Allegre sind voll mit beeindruckend schönen Graffitis und Kunstwerken, was auch der Grund dafür war, dass sich der Speicherplatz auf meinem Handy bereits nach wenigen Stunden wegen der vielen Fotos zu Wort meldete.

Den ersten Tag verbrachten wir also zunächst in Valparaiso und später dann auch im sehr nahe gelegenen Viña del Mar, wo ich den Sonnenuntergang am Strand genießen durfte. Zum ersten Mal direkt am Ufer des Pazifiks zu sein, war für mich persönlich ein wirklich eindrucksvoller Moment, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Plötzlich wird einem klar, dass man sich WIRKLICH auf der anderer Seite der Weltkugel befindet. Man fühlt sich von einem auf den anderen Moment so klein. Um ehrlich zu sein, hatte ich in diesem Moment ein sehr eigenartiges Gefühl, dass ich so noch nicht kannte. Manche denken vielleicht, dass das jetzt echt kitschig und übertreiben ist, aber in diesem Moment hab ich eigenartiger Weise angefangen über mein Leben zu reflektieren und was ich da eigentlich mache. Ich erspare euch mal den inneren Gedankenverlauf und Prozess, haha :D Sofern man von einem Fazit bei einer solchen Reflektion sprechen kann, kann ich sagen, dass ich in erster Linie auf mein Auslandssemester hier in Chile bezogen, einfach mega froh und glücklich bin so eine Chance bekommen zu haben und außerdem im weiterer Sinne einfach nur dankbar sein muss, für das was ich haben darf. Vor allem dankbar für die Menschen, die ich in meinem Leben habe, die einfach die Besten sind.

Ich muss zugeben, dass vielleicht nicht nur der atemberaubende Sonnenuntergang am Pazifik, sondern auch der eine oder andere Schluck Bier dazu beigetragen hat auf einmal so tiefgründig über mein Leben zu reflektieren und zu dieser Erkenntnis zu kommen - aber was soll’s. Der Gedanke alleine zählt!

Nach unserem kurzen Besuch in Viña fuhren wir zurück um das Nachtleben in Valparaiso zu erkunden. Da, wie bereits erwähnt, an diesem Wochenende ein Karneval stattfinden sollte, trafen sich auch gleich am Freitag spontan einige „Trommelgruppen“ auf einem der Hügel um zusammen Musik zu machen und zu feiern. Nachdem wir uns mit einer anderen Gruppe, die in ebenfalls in unserer Unterkunft übernachteten, zusammen getan hatten, machten wir uns auf den Weg zu dieser spontanen Straßenfeier, die wir erst früh am Morgen verließen. Die beiden darauf folgenden Tage verbrachten wir ebenfalls damit verschiedenste Straßen- und Karnevalumzüge auf den verschiedenen Hügeln zu besuchen. Es war wirklich erstaunlich zu sehen wie diese verschiedenen Musik- und Tanzgruppen sechs Stunden lang ohne Unterbrechung die Massen an Menschen unterhalten konnten.

http://websta.me/p/1087962337270382412_371155078

Irgendwie erinnerte mich das ganze sehr an die Idee den brasilianischen Karnevals. Leider konnte mir keiner wirklich erklären, warum dieser Karneval genau an diesem Wochenende gefeiert wurde und WAS genau wir eigentlich feierten. Aber eine dieser Personen beantwortete meine Frage mit einer Gegenfrage, die mir Erklärung genug war und mit der ich diese kurze Zusammenfassung eines wunderbaren Wochenendes auch abschließen möchte:

 

„Porque siempre necesitamos una razón para celebrar? La vida es es razón suficiente para celebrar!

„Brauchen wir eigentlich immer ein Grund um zu feiern? Das Leben an sich ist doch Grund genug!“

 

Eure Coco

Dienstag, 06.10.2015

Die Zeit fliegt

Ihr Lieben!

76 Tage bin ich jetzt insgesamt in Chile und habe es tatsächlich geschafft nur einen(!) Blogeintrag zu verfassen über meine Zeit hier in Chile. Schande über mein Haupt - obwohl ich mir doch vorgenommen hatte immer regelmäßig zu schreiben. Aber so ist es nun mal. Schockierenderweise ist mir heute auch aufgefallen, dass meine Zeit hier in Santiago auch schon in 77 Tagen zu Ende sein wird. Also wird dies ein etwas umfangreicherer „Halbzeit – Eintrag“ werden. Einige konnten meine Erlebnisse dank Facebook, Instagram oder auch privaten Nachrichten trotzdem mitverfolgen. An dieser Stelle wollte ich mich auch ganz herzlich bei allen bedanken, die in dieser Zeit nachgefragt haben, wie es mir denn so ergeht und bei allen die auch so an mich gedacht haben. In den letzten Wochen war meine Konzentration dann doch etwas mehr auf die Uni und Prüfungen gerichtet. Trotzdem habe ich es mir nicht nehmen lassen meine Freizeit zu genießen. Da die Ausflüge die ich in den letzten Wochen gemacht hab mal so gar nicht in einem Text mit einem roten Faden zu verbinden sind, habe ich mir überlegt euch einfach vier kleine Kapitel mit jeweils einer kurzen Zusammenfassung zu schreiben und diese mit ein paar schönen Bildern zu untermalen. Also los geht’s. :)

 

Cerro San Cristobál

„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“ - Johann Wolfgang von Goethe

Ende August habe ich die ersten wärmeren Sonnenstrahlen nutzen wollen um einen der Hügel in Santiago zu erklimmen. Der „Cerro San Cristobál“ ist ein Hügel im Viertel „Bellavista“ sehr zentral gelegen. Der Hügel wurde von den spanischen Eroberern nach dem Heiligen Christophorus benannt und ist sowohl mit Auto, zu Fuß als auch mit einer Seilbahn zu erreichen. Nach mehreren eher unsportlichen Wochen und meinem immer größer werdenden schlechten Gewissen, entschied ich mich dazu das ganze Mal auf die altbewährte Wandertour zu versuchen. An deutsche Wanderwege gewöhnt, hatte ich nicht unbedingt mit asphaltierten Straßen gerechnet, konnte so aber wenigstens den ganzen Weg über die schöne Aussicht über Santiago genießen und viele Fotos machen. Der Muskelkater für die Tage danach war mir nach diesem sportlichen Wandern also gesichert :D Nach der zweistündigen Wandertour wartete allerdings schon ein Grillabend über den Dächern Santiagos auf und, inklusive einem wunderschönen Sonnenuntergang.

 

                          

 

Cajón del Maipo

„In der Natur fühlen wir uns so wohl, weil sie kein Urteil über uns hat.“ - Friedrich Nietzsche

 Der Cajón del Maipo ist das erste Ausflugsziel derjenigen, die in Santiago wohnen. Innerhalb von kurzer Zeit kann man in der puren Natur sein, frischeste Bergluft einatmen und so ein wenig Abstand bekommen vom stressigen Stadtleben. Auch ich entschied mich also an einem schönen Wochenende Anfang September mit Freuden diese Art „canyon“ zu besuchen. Nach einer Metro und Busfahrt von etwa eineinhalb Stunden war ich überrascht plötzlich von so viel Natur und Ruhe umgeben zu sein. Es war ein schöner kleiner Tagesausflug um Energie für die danach folgende Woche, mit Klausuren über Klausuren angefüllt, zu tanken.

 

18 de septiembre – Viva Chile –Fiestas Patrias


"Ein Leben ohne Feste gleicht einer weiten Reise ohne Einkehr" - Demokrit, griechischer Naturphilosoph

Am 18. September feiern die Chilenen seit 1811 ihren geliebten Nationalfeiertag. Schon mehrere Wochen vorher konnte man beobachten wie die Stadt begann sich mit rot/weiß/blauen Dekorationen zu schmücken und überall wo es ihnen möglich war chilenische Flaggen zu befestigen(Fenster, Balkone, Autos etc.) Mir wurde sogar erzählt, dass alle öffentlichen Gebäude dazu verpflichtet seien an diesem Tag eine chilenische Flagge am Gebäude anzubringen. Viele Chilenen nutzen die freien Tage um die Hauptstadt zu verlassen und diesen Feiertag mit der Familie auf dem Land oder an der Küste zu feiern. Ich wurde netterweise von meiner Mitbewohnerin eingeladen diesen Tag mit ihr und ihrer Familie zu verbringen. Am 18. gab es ein Grillfest das einem deutschen Grillabend in nichts nachsteht. Und so wie es in der Stadt roch, hat meiner Vermutung GANZ Santiago an diesem Tag gegrillt. Den folgenden Tag verbrachten wir… wer kann es erraten? Genau, grillend. Aber diesmal in eine Art riesigem Park mit einer wundvollen Aussicht. Nach diesem Wochenende waren glaube ich alle Chilenen, inklusive mir 3 Kilo schwerer.


  

 

Embalse el Yeso

„Wie der stille See seinen dunklen Grund in der tiefen Quelle hat, so hat die Liebe eines Menschen ihren rätselhaften Grund in Gottes Licht.“ - Søren Kierkegaard

Den Picknickkorb mit kaltem Bier, Keksen und Erdnüssen ausgestattet, machte ich mich Ende September mit Freunden auf den Weg dem „Embalse el Yeso“ einen Besuch abzustatten. Der „Emblase el Yeso“ ist ein in den Anden, auf einer Höhe von 2.500m über NN gelegener Stausee in San Jose de Maipo. Nach einer zweistündigen Autofahrt durch ganz Santiago erfuhr ich, dass noch etwa 20km durch pure Berglandschaft fehlten. Nach weiteren eineinhalb Stunden mit einem wundervollen Blick auf die Landschaft kamen wir dann endlich an. Da wir nicht die einzigen waren, die die glorreiche Idee hatten an diesem Tag den Stausee zu besichtigen, entschieden wir uns dafür das Auto vorsichtshalber etwas weiter unten abzustellen und den Rest zu Fuß zu gehen. Nicht erwartenden, dass es schneien würde war meine Kleidung und mein Schuhwerk eher unpassend. Ich für meinen Teil hatte so etwas noch nie mit meinen eigenen Augen gesehen, dementsprechend beeindruckend war dieser Moment. Der Anblick war wirklich atemberaubend und die lange Fahrt mehr als wert.

                 

Eure Coco         

Samstag, 01.08.2015

Aller Anfang ist...

..manchmal doch leichter als gedacht.

Die ersten Tage in Chile sind jetzt vergangen und es fühlt jetzt schon so an, als wäre ich schon viel länger hier. Das liegt wohl daran, dass ich jetzt schon so viele spannende und neue Dinge erlebt habe. Aber um alles in chronologischer Reihenfolge zu halten, beginne ich mit der Reise nach Santiago.

Am Vormittag des 24.07 begann mein Abenteuer. Von Bückeburg fuhr ich etwa vier Stunden mit der Bahn zum Frankfurter Flughafen. Dort hatte ich mehr als genug Zeit um mir Gedanken darüber zu machen, dass es JETZT tatsächlich losgehen würde. Wie der Zufall es so wollte, traf ich noch vor meinem Check-in meine damalige Spanischlehrerin mit der ich einige schöne Minuten bei einem Kaffee verbringen konnte. Ihre guten Worte und das Beisammensein haben mich meine Aufregung so gut wie vergessen lassen und waren somit ein superguter Start für die nächsten ereignisreichen 24 Stunden. An dieser Stelle: Vielen Dank Pilar für das schöne Treffen.

Am frühen Abend startete dann mein Flug nach Madrid, wo ich problemlos ankommen konnte. Der Anschlussflug von Madrid nach Sao Paulo startete leider etwa 2 Stunden später als geplant was mich schon befürchten ließ, dass es knapp sein würde meinen Anschlussflug von Sao Paulo nach Santiago rechtzeitig zu erreichen. Nach 11 Stunden in der Luft über dem Atlantik bestätigte sich meine Befürchtung – ich würde nicht zur geplanten Zeit in Santiago ankommen. Ich verpasste meinen Anschlussflug nach Santiago knapp. Aber ganz nach dem Motto Glück im Unglück, wurde mir ein Hotelzimmer in Sao Paulo zur Verfügung gestellt. So konnte ich sogar einen Abstecher raus aus dem Flughafen nach Sao Paulo machen, auch wenn es nur ein kurzer Abstecher von 4 Stunden war.

        Sonnenunterag über den Wolken São PaulosSchlussendlich erreichte ich Santiago 12 Stunden später als erwartet um 23:00. Zum Glück wurde ich von meinem supernetten Couchsurfing Host Victor vom Flughafen abgeholt, der mir auch am folgenden Tag eine kurze Orientierungstour durch Santiagos Zentrum gab. Auch an dieser Stelle: ein Dankeschön an Victor für deine Gastfreundlichkeit und Hilfe während meiner ersten zwei Tage in Santiago.

Den ersten Tag verbrachte ich überwiegend mit einem Hin und Her von einer Adresse zur nächsten um WG-Zimmer anzuschauen. Diese Möglichkeit nutze ich auch um mir das erste Mal die Stadt mit ihrem ganzen Menschengetümmel anzuschauen. Mit viel Glück fand ich schließlich mein zu Hause in Santiago mit meiner supernetten chilenischen Mitbewohnerin Jenny, die mich schon bei der WG Besichtigung mit selbstgemachter Pizza erwartete.

Ausblick vom Balkon                   Ausblick Balkon bei Nacht

Auch der erste Tag an der Universidad del Desarrollo (UDD), an der ich mein Auslandssemester absolvieren werde, ließ mich mit vielen neuen Eindrücken nach Hause gehen. Allein die Umgebung in der sich die Universität befindet, lässt auf eine andere Art von Chile schließen. Große Häuser, Spa’s an jeder zweiten Straßenecke, saubere und sichere Straßen und teure Autos. Da es sich bei der Uni um eine Privatuni handelt, ist auch hier der Standard der Ausstattung um einiges höher als beispielweise an meiner Uni in Passau…wobei das ja noch nicht viel über die Qualität der Kurse aussagen muss, auf die ich gerade auch deshalb sehr gespannt bin.

Universidad del Desarrollo (UDD)

 

Etwas, was mir bis jetzt im BesoMuseo de Bellas Artesnderen aufgefallen ist während der einen Woche die ich erst hier bin, ist bei weitem die Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft, die ich bis jetzt von allen erleben konnte. Ob der Couchsurfing-Host der mir keinen besseren Start für diese spannende Stadt hätte geben können, der Blumenverkäufer an der Straße der auch zu 100% sichergehen will, dass ich den Weg finde, nach dem ich ihn gefragt habe, die Geschwister in der Kirche die mir großzügiger Weise ihre Hilfe anbieten, für alle Arten von Probleme oder der Busfahrer, der mir auch viermal den Weg zur gesuchten Bushaltestelle erklärt, wenn ich es nicht verstanden habe. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber warum auf den nicht ganz so positiven Begegnungen rumreiten, wenn es doch so viele schöne super positive Begegnungen gab.

Mercado Artesanal I                                           Mercado Artesanal II

Museo de Bellas ArtesIm Großen und Ganzen kann ich sagen, dass meine erste Woche hier Santiago nicht besser hätte laufen können und ich sehr zufrieden bin. Zunächst mit der Wahl der Stadt für mein Auslandssemester, mit den Erlebnissen die ich bis jetzt erleben konnte und schlussendlich mit mir selber. Dass ich jetzt tatsächlich hier bin. Flug und Reise ohne größere Panikanfälle hinter mich gebracht habe. Alles mal etwas lockerer angegangen bin und die Dinge auf mich habe zukommen lassen. Von Anfang dieses Abenteuer positiv betrachtet habe, damit es sich auch positiv entwickeln kann.

 

 

Was immer du tun kannst oder wovon du träumst - fang damit an. Mut hat Genie, Kraft und Zauber in sich.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Catedral Metropolitana de Santiago

 

Eure Coco.

Sonntag, 12.07.2015

Ha empezado la cuenta atrás.../ Der Countdown läuft...

Deutsche Version:

Nun sind es nur noch ein paar Tage, bis ich das große Abenteuer Auslandssemester antrete und ich muss ehrlich zugeben meine Nervosität wächst täglich gefühlt um das doppelte. Die letzten Vorbereitungen sind getroffen und jetzt heißt es die Tage bis zum Abflug nach Santiago de Chile zählen. Am besten hätte ich diesen Eintrag mit einem lauten „ OH MEIN GOOOTT..!!“ anfangen müssen, denn das würde tatsächlich wiederspiegeln was momentan in meinem Kopf abgeht. Aber im Zuge meiner Vorbereitung auf diese doch für mich einmalige Auslandserfahrung habe ich mir angefangen darüber Gedanken zu machen, was ich mir eigentlich von dieser Zeit erwarte. Redet man über ein Auslandssemester werden solche Dinge wie Selbstständigkeit, Verantwortung und „Freunde fürs Leben finden“ im selben Atemzug genannt. Ich möchte diese Dinge nicht klein reden. Auch dies sind essentiellen Elemente, die zu einer Erfahrung dieser Art dazu gehören.

Ich persönlich habe aber in den letzten Tagen damit angefangen mir mehr Gedanken über mich selber zu machen. Angefangen hat das Ganze mit einem kurzen Gedicht von Pablo Neruda, auf das ich zufällig gestoßen bin, als ich mich mal wieder mit meinem zukünftigen Wohnsitz auseinander gesetzt habe um meine Angst zu bändigen und meine Vorfreude zu schüren. Pablo Neruda, als bekanntester Poet Chiles schrieb neben vielen Liebesgedichten auch viel über seine Heimat Chile. Die Spuren Pablo Nerudas in Chile zu entdecken, war von Anfang an eines meiner Vorhaben bezüglich meines Auslandssemesters, also schien es keine schlechte Idee zu sein dies auch in meine Vorbereitungen mit einzubinden. Das Gedicht im Ganzen ist unglaublich gehaltvoll und allein wegen der spanischen Sprache wohlklingend. Da ich hier aber keine Gedichtsanalyse verfassen will und dies auch keinen interessieren würde, habe ich mir einzelne Strophen rausgesucht, die mich beim ersten Lesen getroffen haben und seitdem nicht mehr losgelassen haben und mit euch teilen möchte. Wie gesagt, ich möchte hier weder rausarbeiten „was das lyrische Ich“ wohl mit diesem oder jenem sagen wollte oder welcher rhetorischen Mittel der Autor sich bediente. Manchmal ist es besser ein Gedicht in seinem auf sich wirken zu lassen als es auseinanderzunehmen. Dafür sind sie ja schließlich nicht da, sondern um den Leser zu berühren und ihm eine neue Perspektive aufzuzeigen. Ich glaube in diesem Gedicht kann sich jeder ein Stückchen wiederfinden und ich hoffe auch, dass dies jeder von euch tut.

 

Ode an das Leben

Langsam stirbt, wer Sklave der Gewohnheit wird, in dem er jeden Tag die gleichen Wege geht, wer nie seine Überzeugungen hinterfragt, wer nie etwas riskiert und nie eine neue Farbe trägt, wer mit niemandem spricht, den er nicht kennt.

Langsam stirbt, wer sich keiner Passion hingibt, wer Schwarz dem Weiß und wer das Tüpfelchen auf dem “i” jeder Gefühlsregung vorzieht, besonders jenen Gefühlen, die die Augen zum Leuchten bringen, die ein Gähnen in ein Lächeln verwandeln und die das Herz vor Kummer bewahren.

(…)

Langsam stirbt, wer nicht reist, wer nicht liest, wer keine Musik hört, wer nicht auch Würde in sich selbst findet.

(…)

 

Wie könnte man einen neuen Abschnitt seines Lebens, ein Abenteuer wie das was ich erleben werde besser auf den Punkt bringen - „Ode an das Leben“. Ich weiß nicht was mich erwarten wird, welchen Herausforderungen ich die Stirn bieten werden muss und welche Erfahrungen positiver und negativer Art ich machen werde. Aber ich weiß, dass das „Risiko“ was im Gedicht genannt wird, dazu gehört und das Abenteuer als solches ausmacht, dass diese Ungewissheit ein Teil des Abenteuers ist auf die ich mich nicht vorbereiten kann und das genau dies die Magie dieser Zeit sein wird. Das Ungewisse aktiv in schöne Erinnerungen zu transformieren und dem Ungewissen zu erlauben mich zu transformieren um als reicherer Mensch wieder zu kommen.

Eure Coco

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Versión española:

Ahora sólo quedan unos dias hasta que empiece la aventura grande, mi semestre de intercambio y la verdad es que tengo que decir que mi nervosidad se está doblando cada día. Las ultimas preparaciones estan hechas y ahora sólo queda contar los dias hasta que mi vuelo a Santiago de Chile salga. Hubiese sido mejor si hubiese empezado este blog con las palabras “ DIOOOS MÌO...” porque esto serían las palabras adecuadas para represtar lo que está pasando por mi cabeza. Pero en cuanto me estaba preparando para esta aventura única y personal he empezado pensar en lo que estoy esperando de este tiempo. Si uno habla de un semestre de intercambio o cosas similares al mismo tiempo se refierre a cosas como la independencia, la responsabilidad y “encontrar amigos para la vida”. No quiero degradar estas cosas. También forman parte de una experencia asi.

 Pero para mi personalmente he empezado en los ultimos dias pensar en mi misma. Esto empezó con un peoma corto del poeta Pablo Neruda que encontré preparandome para Santiago de Chile. Pablo Neruda, como EL poeta chileno escribió numerosos poemas de amor y de su país de origen Chile. Uno de mis metas para mi estancia en Santiago era descubrir las huellas de Pablo Neruda en Chile, entonces como podría ser una mala idea empezar ya. Todavía estando en Alemania. El poema como si es increiblemente sutancial y armonioso. Pero como no es mi meta redactar un análisis de poema y tampoco no le interesaría a nadie, he decidio sólo incorporar unos versos que me han impresionado, movido y no dejado desde entonces. Como ya he dicho, no quiero extraer que quería decir el yo-lírio o cuales son las figuras retóricas el autor intentó incorporar. A veces es mejor entender un poema como una unidad compelta y asi dejar surtir efecto. El objetivo de un poema es intentar mover el lector y darle una nueva perspectiva. Pienso que cada uno de vosotros puede encontrar algo familiar en este poema y espero que leais el poema de este forma. Como una historia personal vuestra.

Muere Lentamente

Muere lentamente quien se transforma en esclavo del hábito,
repitiendo todos los días los mismos trayectos,
quien no cambia de marca,
no arriesga vestir un color nuevo
y no le habla a quien no conoce.

Muere lentamente quien evita una pasión,
quien prefiere el negro sobre blanco
y los puntos sobre las "íes" a un remolino de emociones,
justamente las que rescatan
el brillo de los ojos,
sonrisas de los bostezos,
corazones a los tropiezos y sentimientos.

(...)

Muere lentamente quien no viaja,
quien no lee,
quien no oye música,
quien no encuentra gracia en sí mismo.

(...)

No hay mejor manera resumir una etapa de vida, una aventura como la que yo voy a vivir – “Oda a la vida” (título de la taducción alemana). No sé que me va a esperar, cuales van a ser los desafíos a los que tendré que enfrentarme y que tipos de experiencia voy a hacer. Pero sé que el “riesgo” del cual se habla en el poema es parte importante de esa experiencia, que la incertidumbre es parte de la aventura. La parte la que no puedo preparar, a la que no tengo ninguna influencia pero que es la parte mágica de todo esto. Activamente transformar lo incierto en memorias inolvidables y dejar la incertidumbre transformar a mi misma para regresar como una persona mas rica.

Besos, Coco.